Führung
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Königsmacher oder Zwergen-Produzent?

Was versteht man eigentlich unter Führen? Im ursprünglichen Sinne bedeutet Führen „den Weg weisen“. Wer schon einmal in unbekanntem Gelände gewandert ist, ohne Wegweiser und ohne GPS, versteht, was gemeint ist. Man ist auf seine Intuition angewiesen, auf seinen Orientierungssinn – und – man muss sich für eine Richtung entscheiden. Wenn das Wohlergehen einer Gruppe von Menschen davon abhängt, trägt der Führende eine grosse Verantwortung. Was ist aus dieser Perspektive die Aufgabe des Führenden? In die Zukunft denken und Verantwortung übernehmen! Er ist also nicht der beste Wanderer, der schnellste Läufer, der beste Fährtenleser, sondern er denkt an alle in der Gruppe und an das Ziel.

Dasselbe gilt im Arbeitsleben für die Produktivität einer Arbeitsgruppe. Führen heißt dann eine Situation zu schaffen, in der Mitarbeiter das gerne tun, was die Zielerreichung verlangt. Führen heißt auch, Mitarbeiter so zu fördern und zu entwickeln, dass sie das tun können, was die Zielerreichung verlangt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Dienstleistende Führung bedeutet keine Unterordnung der Führungskraft unter ihre Mitarbeiter. Noch weniger beinhaltet sie einen Verzicht auf notwendige, für die Mitarbeiter jedoch unangenehme Maßnahmen, denn diese sind Teil der Dienstleistung gegenüber der Organisation.

Woran erkennt man Zwergen-Produzenten?

Eine unendliche Geschichte sind die Berichte über die Folgen von schlechter Führung. Z.B. konstatiert der Fehlzeiten-Report 2018 des AOK Bundesverbandes „Wer sich von den Vorgesetzten wertgeschätzt fühlt und die eigene Arbeit als sinnstiftend empfindet, fehlte durchschnittlich 9,4 Arbeitstage pro Jahr. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Anzahl mit knapp 20 krankheitsbedingten Fehltagen mehr als doppelt so hoch. Im Durchschnitt aller Teilnehmer lag der Fehlzeitenstand im letzten Jahr bei 12,1 Krankheitstagen.“

Im Umkehrschluss bedeutet das „Führungskräfte haben im Unternehmen einen wichtigen Einfluss auf das Betriebsklima, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit auch auf die Fehlzeiten im Unternehmen.“ https://news.kununu.com/schlechte-chefs-machen-uns-krank/Schlechte Führungskräfte kontrollieren ihre Mitarbeiter und halten sie klein. Sie wollen selbst glänzen, sie gönnen ihrem Team nicht den Erfolg. Oft kaschieren sie auf diese Weise ihre eigenen Defizite. Sie haben Angst vor Kontrollverlust, doch die Zeiten, in denen ein Chef alles überblickt, sind lange vorbei.

Woran erkennt man Königsmacher?

Die mit Abstand wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft sind die Fähigkeit zu offener Kommunikation und zu Feedback mit 63% bzw. 57% der Nennungen.  Aus den Ergebnissen lassen sich Verhaltensweisen filtern, die „Gute Führung“ kennzeichnet.

Erwartungen an Führungskräfte.

  1. Königsmacher sind Vorbilder und zentrale Botschafter der Organisationskultur nach innen. Das Handeln von Führungskräften prägt wesentlich das Klima und den Arbeitsstil einer Organisation. Konkret heißt das, dass Führungskräfte besonders in der Pflicht sind, respektvoll, partnerschaftlich und persönlich zu agieren. Sie verhalten sich als Teamplayer und überzeugen durch sachliche Argumente, nicht durch hierarchisches Auftreten. Sie verhalten sich fair, verlässlich und konsequent, Reden und Handeln stimmen überein. Ihre Haltung gegenüber Veränderungen ist aufgeschlossen und lösungsorientiert. Sie reflektieren ihr eigenes Verhalten, holen sich Feedback ein und nehmen Kritik ernst.
  2. Königsmacher haben keine Angst vor Veränderung
    Das bezieht sich zum einen auf Ziele und Aufgaben ihrer Mitarbeiter und auf Veränderungsprozesse. Zum anderen beinhaltet dies auch das Schaffen von Vertrauen und Sicherheit. Voraussetzung hierfür ist eine persönliche Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem. Durch planvolles, transparentes und beteiligungs-orientiertes Vorgehen nehmen sie ihre Mitarbeiter in Veränderungen mit, zeigen Sinn und neue Perspektiven auf und führen sie so sicher durch den Wandel. Sie vermeiden Überlastung der Mitarbeiter und nehmen ihre Fürsorgepflicht ernst. Das beinhaltet auch einen guten Umgang mit ihren eigenen Ressourcen.
  3. Königsmacher fordern und fördern
    Potenziale erkennen, entwickeln und richtig einsetzen, d.h. also eine Übereinstimmung von Mitarbeiter und Arbeitsplatz – dies ist ein wichtiger Aspekt professionellen Führungshandelns. Es schließt die Auswahl von neuen Mitarbeiter ebenso ein wie die fachliche Weiterentwicklung und Gestaltung des Zuschnitts der Aufgaben vorhandener Mitarbeiter.
  4. Königsmacher sind Anführer
    Es bedeutet, dass Führungskräfte Kontrolle abgeben müssen. Davor haben Chefs oft große Angst. Sie erkennen nicht, dass ein grosser Teil ihrer Macht und Kontrolle fiktiv ist. Sie können zwar vieles entscheiden, aber das bewirkt oft am Ende wenig, weil in zahlreichen Firmen Grabenkämpfe herrschen. Wenn man sich das einmal eingesteht, öffnet sich die Tür zu einer neuen Einsicht: Paradoxerweise werden Manager viel wirkungsvoller, wenn sie ihren Mitarbeitern mehr Freiheit geben.

Eine gute Führungskultur zeichnet sich durch zwei Aspekte des Führungsverhaltens aus: Ergebnisorientierung (Leistungsorientierung): Führungsverhalten ist so zu gestalten, dass Mitarbeiter ihr Potenzial kontinuierlich verbessern und vor allem auch einbringen. Mitarbeiterorientierung: Führungsverhalten ist so an den Bedürfnissen der Mitarbeiter auszurichten, dass vertrauensvolle und von Respekt getragene Beziehungen entstehen.


FÜHRUNG will gelernt sein

Zahlreiche Faktoren wirken auf Führungskräfte ein. Dazu gehören u.a.:

  • Erwartungen und Vorgaben der Geschäftsführung
  • Unternehmens-, Quartal- und Projektziele
  • Erwartungen und Bedürfnisse der unterstellten Mitarbeiter
  • Kundenwünsche und -erwartungen

Diese Eigenschaften zeichnen Chefs in besonderem Maße aus:

  1. Kommunikationsfähigkeit
    Man muss als Chef nicht alle Entscheidungen besprechen und auch nicht jeden Schritt erläutern. Doch man sollte wissen, wann man mit denen Mitarbeitern sprechen sollte. Schweigende Chefs sind für Mitarbeiter enorm anstrengend.
  2. Einfühlungsvermögen
    Man muss sich Menschen einfühlen, Probleme und Unzufriedenheit rechtzeitig erkennen können. Wer sein Team nur als eine Ansammlung von Fachkräften sieht und menschliche Aspekte völlig vernachlässigt, wird seiner Verantwortung als Führungskraft nicht gerecht.
  3. Entscheidungsfähigkeit
    Vorgesetzte, die sich nur schwer oder langsam entscheiden, können für ein Team eine starke Belastung sein. Selbst unpopuläre Entscheidungen sind meist besser als gar keine Entscheidung.
  4. Kritikfähigkeit
    Es klingt banal, ist in der Praxis jedoch leider ganz und gar nicht selbstverständlich: Führungskräfte sollten sich konstruktive Kritik anhören, diese ernst nehmen und bei Bedarf Konsequenzen ziehen.

Boss oder Leader?

Die vorstehenden Eigenschaften bilden das Grundgerüst einer guten Führungskraft.
Die besten Chefs zeichnen sich aber auch dadurch aus, wie sie diese Eigenschaften in der täglichen Arbeit praktizieren. Die Unterschiede zwischen einem Boss und einem Anführer:

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