IT For AVs - Bodo Felusch
Wer Mediennetzwerke liefert, muss grundlegende IT-Entscheidungen treffen. Jede Produktionsfirma macht das für sich selbst und jedes System da draußen funktioniert, nur nicht miteinander. Mit BF-C.O.R.E. veröffentlicht der IT-Trainer Bodo Felusch ein offenes, kostenloses und herstellerneutrales Regelwerk für VLAN-IDs und IP-Adressen im mobilen Veranstaltungseinsatz. Kernidee: Wer VLAN-ID und Switch-Kennung kennt, rechnet sich jede Adresse im Kopf aus. Ohne Handbuch, ohne Zettel im Case.
Sobald Art-Net, sACN, Dante, NDI und SMPTE ST 2110 über dieselbe Infrastruktur laufen, beginnt jede Produktion mit denselben Fragen. Welche VLAN-ID bekommt das Licht, welchen IP-Adressbereich die Endstufen, über welche IP erreiche ich den Primary-Switch an Stage Right? Jede Firma hat diese Fragen für sich beantwortet, die meisten haben gründlich nachgedacht, entschieden, dokumentiert und geschult. In den besten Firmen sitzt das Schema so sicher, dass die Adressen im Kopf stehen, bevor das Case offen ist. Für alle gilt: an der Firmengrenze ist Schluss.
„Tatsache ist: All diese Systeme funktionieren“, sagt Felusch, der seit 2009 unter der Marke IT For AVs® Veranstaltungstechniker in Netzwerktechnik schult. „Ob Licht auf VLAN 500 oder 141 liegt, ist technisch fast immer gleichwertig. Es ist eine Konvention, kein Naturgesetz. Die Denkarbeit ist längst geleistet, nur eben hundertfach parallel. Wir könnten uns einigen, wir haben es nur nie getan.“
Den Preis zahlen die, die zwischen den Firmen arbeiten. Freelancer arbeiten intensiv für vier bis fünf Auftraggeber und müssen bei jedem Wechsel umdenken, zusätzlich zur ohnehin schnellen technischen Entwicklung. Dry-Hire-Switches passen hardwareseitig, müssen vor Ort aber jedes Mal logisch neu eingerichtet werden. Dieser Transfer, von der Dokumentation über die Crew bis in die Geräte, kostet jedes Mal Rüstzeit. Wenn es mal hakt, kann nur helfen, wer das jeweilige IT-Schema kennt. Ein Verantwortlicher fürs Mediennetz bleibt richtig, aber was dort grundsätzlich passiert, sollten möglichst viele an Bord lesen können.
BF-C.O.R.E. (Base Framework for Converged Operations & Reliable Event-IT) legt die VLAN-Blöcke entlang der Gewerke fest, leitet Subnetze und Switch-Adressen aus VLAN-ID und Switch-ID ab und weist Endgeräten feste Adressbereiche zu. Der Standard skaliert von drei bis hundert Switches je Produktion, führt Asset-Pools bis 9.999 Switches kollisionsfrei und sieht je Gewerk 510 Client-Adressen samt Belegungsempfehlung vor. Neu erfunden wird dabei wenig: BF-C.O.R.E. bündelt Antworten, die es in der Branche längst gibt, und legt sie auf eine gemeinsame Rechenlogik.
Ebenso wichtig ist, was der Standard bewusst offenlässt. Topologien, QoS, Routing-Protokolle und herstellerspezifische Konfiguration bleiben ausdrücklich außen vor. BF-C.O.R.E. beschränkt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, den alle teilen können, ohne eigene Präferenzen aufzugeben.
„Ein gemeinsamer Standard muss so gut sein, dass sich die eigene Überlegung erübrigt“, so Felusch. „Nicht durch Überredung, sondern weil an alles gedacht ist. Daran muss sich BF-C.O.R.E. messen lassen.“
Die Spezifikation steht unter itforavs.com kostenlos zum Download bereit und wird öffentlich mit der Community weiterentwickelt.
Über IT For AVs
IT For AVs® ist die Marke des unabhängigen IT-Trainers Bodo Felusch für Netzwerktechnik in der professionellen Veranstaltungsbranche. Seit 2009 hat IT For AVs über 3.000 Event-Techniker in IT-Netzwerkgrundlagen und Praxis trainiert.
Mit BF-C.O.R.E.® veröffentlicht Bodo Felusch ein offenes, herstellerneutrales Regelwerk für VLAN- und IP-Konzepte in der Live-Produktion.